Staffelübergabe

    Eine Nachfolge, die gelingt, braucht Zeit. Deshalb führten Georg Klein und Philip Schifferle die Technische Leitung der MOAG während zwei Jahren gemeinsam. Ende 2026 geht Georg in Pension, und Philip übernimmt. Im Gespräch erzählen die beiden, weshalb der Abschied zwar mit etwas Wehmut, aber ohne Sorgen erfolgt.

    Philip Schifferle (links) und Georg Klein.

    Wie ist das, wenn zwei Personen die gleiche Stelle innehaben?
    Philip: Gewisse Dinge macht Georg, gewisse mache ich. Wir sind ein ein­gespieltes Team.
    Georg: Es gibt praktisch keine Doppelspurigkeit.

    Was lernst du, Philip, von Georg?
    Philip: Die blöden Sprüche (lacht). Nein, echt, ganz vieles! Georg hat 37 Jahre Erfahrung. Ich bin seit 17 Jahren bei der MOAG, habe zuvor aber am Standort Sennwald gearbeitet.
    Georg: Wir haben die Übergangs­phase mit zwei Jahren bewusst sehr lange angesetzt, damit die Kunden keine Qualitätseinbusse haben.
    Philip: Georg hat diesen Bereich aufgebaut und ist damit gewachsen. Ich eigne mir dieses Wissen nun von Grund auf neu an.

    Was genau beinhaltet der Job des Technischen Leiters?
    Georg: Alles rund um die Qualität unseres Mischguts. Aber auch Neu- und Weiterentwicklungen gehören dazu.

    Was bringt Philip für den Job mit, das dich weiterbringt, Georg?
    Georg: Er hat Erfahrung als Mischmeister und Anlagenchef. Dieses Wissen ist sehr wertvoll für alles, was wir hier tun.

    Macht es dir Bauchweh, Philip, dass Georg Ende Jahr in Pension geht?
    Philip: Nein, eigentlich nicht. Ich weiss, wo seine Dokumente sind und dass er immer noch erreichbar sein wird. Und es gibt für jede Frage auch andere Ansprechpartner. Ich bin dabei, mir dieses Netzwerk aufzubauen.

    Bist du schon auf deinen Abschied eingestimmt, Georg?
    Georg: Ich arbeite bis zum 31. Dezember 2026. Ab dem 1. Januar bin ich Rentner. Ich werde das Kalenderblatt umblättern, und «that’s it».

    Was wirst du vermissen?
    Georg: Den Austausch mit vielen langjährigen Kollegen. Bei der MOAG ist das Verhältnis untereinander familiär. Dass dieses berufliche Netzwerk wegfallen wird, finde ich schade. Aber: «C’est la vie.»

    Was hat dich während deiner Zeit bei der MOAG am meisten geprägt?
    Georg: Die Freiheiten, die ich in meinem Job hatte und genutzt habe. Für mich war immer wichtig, dass ich etwas bewegen kann. Ich komme aus dem Leistungssport, als Spieler und Trainer im Handball. Und dieser Wille, richtig gut zu sein, prägt auch die Arbeit.

    Worauf freust du dich am meisten, wenn du pensioniert bist?
    Georg: Nichts mehr zu planen, sondern einfach zu leben.

    Worauf freust du dich, Philip, wenn Georg aus dem Büro auszieht?
    Philip: Ich kann seinen Schreibtisch im hinteren Teil des Büros übernehmen (lacht). Nein, ehrlich: Es wird nahtlos weitergehen. Aber ich werde Georg schon vermissen.

    Interview: Carmen Püntener, Bilder: Beat Belser