Die Strasse als Bodenschatz

    Im Schweizer Verkehrsnetz steckt ein riesiges Material­lager – verbaut in unseren Strassen. Asphalt besteht zu 95 Prozent aus mineralischen Gesteins­körnungen wie Hartgestein, Splitt und Sand. Wenn wir sie hochwertig aufbereiten und wieder ein­setzen, können wir wertvolle Ressourcen sparen.

    Fast 1:1

    Jede Tonne Ausbauasphalt kann theoretisch nahezu eine Tonne Primärgestein ersetzen. Denn Asphalt besteht zu 95 Prozent aus mineralischen Gesteinskörnungen. Recyclingmischgut leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Schonung unserer natürlichen Ressourcen. Besonders grosses Potenzial bietet die Verwendung von hochwertig auf­bereitetem Sekundärsplitt.

    Quelle: MOAG.

    30’000 Lastwagen

    750’000 Tonnen Ausbauasphalt landen in der Schweiz noch immer auf Deponien oder werden thermischen Verwertungen im Ausland zugeführt. Das sind ungefähr 30’000 Last­wagenladungen. Ein Materialberg, der jedes Jahr weiterwächst.

    Quelle: Empa.

    125 Millionen Tonnen

    Im Schweizer Strassennetz sind aktuell nach grober Schätzung 125 Millionen Tonnen Asphaltmischgut eingebaut und dienen dem Verkehr als verlässlicher Untergrund. Im Durchschnitt werden Deckschichten alle 10 bis 20 Jahre, Binderschichten alle 20 bis 40 Jahre und Tragschichten alle 40 bis 60 Jahre erneuert.

    Quelle: Bundesamt für Umwelt.

    1 Elefant

    In der Schweiz werden pro Kopf und Jahr noch immer 6,2 Tonnen mineralische Rohstoffe verbraucht. Das entspricht in etwa dem Gewicht eines grossen afrikanischen Elefanten. Zu den mineralischen Rohstoffen gehören Kies, Sand, Kalk, Ton und Hartgestein. Der grösste Anteil davon fliesst in Bauwerke und in Ver­kehrs­in­fra­­strukturen. Geeignete Abbaustellen werden in Zukunft knapper und schwieriger zu erschliessen sein.

    Quelle: Bundesamt für Landestopografie.

    100 × 100 × 100 Meter

    Die Materialströme im Schweizer Strassenbau sind riesig. Pro Jahr werden auf unseren Baustellen 2,7 Millionen Tonnen Asphalt ausgebaut. Das entspricht einem Asphaltwürfel mit einer Kantenlänge von 100 Metern. Ein grosser Teil davon wird in den Mischgutwerken wiederverwertet.

    Quelle: Bundesamt für Umwelt.

    PAK – die Altlast im Asphalt

    Frühere Generationen von Strassenbelägen bestanden teilweise aus teerhaltigen Bindemitteln (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, PAK). Wenn solche PAK-belasteten Beläge ausgebaut werden, müssen sie separat bewirtschaftet, das heisst speziell behandelt oder entsorgt werden. 15 Prozent der verbauten Stras­sen­beläge weisen in der Schweiz noch immer einen er­höhten PAK-Gehalt auf. Im Gegensatz zu unseren Nachbarstaaten gelten in der Schweiz erst seit 2016 strengere Anforderungen an den Umgang mit PAK-belastetem Ausbauasphalt.

    Quelle: Bundesrat, Verordnung über die Vermeidung und Entsorgung von Abfällen (VVEA).

    Recherchen und Text: Carmen Püntener